My Story

let me tell you my story

Hat nicht jeder schon einmal einen dieser typisch amerikanischen Filme gesehen?! Cheerleader, die angestarrt werden, wenn sie von einem Klassenzimmer zum anderen gehen. Football Spieler, von dem jedes Mädchen träumt mit einem auszugehen. Streber und Außenseiter, die abseits ihr Mittag essen an einem separaten Tisch. Mottowochen, wo jeder sich verkleidet, Pyjamas trägt oder jeder in Schulfarben gekleidet ist. Bälle, wo Schulkönig und -königin auserwählt werden…

Schon als kleines Mädchen habe ich mir sehnlichst gewünscht meine Schulbücher in einem Schließfach, wie in diesen ganzen Highschool Filmen, zu verstauen. Ich habe mir das immer nur bildlich vorstellen können und nur davon geträumt, weil das alles so unerreichbar schien. Es hieß immer: Amerika ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Mit dem Alter setzte ich mir das Ziel einst nach Amerika zu reisen, um mir wenigstens davon ein eigenes Bild machen zu können. Mein ursprünglicher Wunsch, High School Erfahrungen zu erleben, rückte in den Hintergrund, weil mir das so unmöglich erschien.

Als 15-jähriges Mädchen wurden meine Kindheitsträume durch einen sehr nah stehenden Freund wieder in Erinnerung gerufen. Mein bester Freund berichtete mir über seine Pläne nach Amerika zu reisen und dort für ein Jahr zu leben und zur schule zu gehen wie ein amerikanischer Teenager. Ich fragte ihn über jedes Detail aus und stellte mir vor, wie schwer es sein würde ein ganzes Jahr getrennt von ihm zu sein. Ich heckte einen Plan aus, wie es für beide besser sein würde. Wenn wir beide ein Auslandsjahr machen könnten, würden wir beide diesen Traum zusammen erleben können. Auch wenn wir in verschiedenen Staaten leben würden, wären wir füreinander da und könnten einander in schwierigen Zeiten besser verstehen, weil wir ähnliches erleben würden. Ich hatte mir das alles schon ziemlich gut ausgemalt.. Doch als ich über Schüleraustausche recherchiert habe und die Preise für einen Auslandsaufenthalt in den Vereinigten Staaten von Amerika gesehen habe, ist dieser Traum für mich wieder unrealistisch geworden. Ich berichtete meinen Eltern viel über meines Freundes Pläne und konnte nicht aufhören davon zu reden. Eines Tages konnte ich die Interesse meiner Eltern durch Aufzählen der Vorteile eines Auslandsjahres wecken. Sie meinten, dass wir das hinbekommen würden diesen Jahr zu finanzieren und wir fingen an nach Organisationen zu suchen. Doch wir fanden auf allen Seiten nur das gleiche: Anmeldeschluss. Traurig und enttäuscht verging auch die Zeit und schon bald musste ich mich von meinem besten Freund verabschieden…

Wir versuchten so gut es ging in Kontakt zu bleiben. Jedes Mal, wenn wir telefonierten, fragte ich ihn über alles aus. Ich konnte nicht aufhören an ihn zu denken. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass er dort begann ein neues Leben zu leben. Es machte mich eifersüchtig! Und von diesem Zeitpunkt an wusste ich, dass meine Hoffnung noch lange nicht gestorben ist. Ich sagte mir immer selbst: „Wenn du das wirklich willst, schaffst du das!“. Es schien zwar unmöglich für mich, weil ich dafür mein Abitur unterbrechen müssen würde und ich damit aufs Spiel setzen würde meinen Freund für ein zweites Jahr nicht sehen zu können. Doch wer nicht versucht, hat schon längst verloren.

Ich suchte mir einen Job, damit ich das Geld für diese Reise selbstständig verdiene. Ich hatte ein klares Ziel vor Augen. Ich überredete meine Eltern erneut und sprach auch mit meinem Schuldirektor über meine Gedanken eine amerikanische Schule zu besuchen. Aufgrund meiner guten Zensuren entschied er sich für eine Sonderausnahme bei mir. Ich verbrachte Wochen mit der Suche nach einer passenden Organisation. Als ich AYUSA fand besuchte ich jede Informationsveranstaltung und Returntreffen der vergangenden Austauschschüler, ging durch den ganzen Anmeldeprozess und füllte dafür alle Papiere selbstständig aus. Ich bewarb mich auch für ein Stipendium. Nach langem, ungeduldigen Warten, hatte ich meine Bestätigung und war somit unverbindlich angemeldet. Jeden Cent, den ich verdiente, packte ich in mein Sparschwein. Jeden einzelnen Tag dachte ich fest an meinen Wunsch. Die Zeit verging und ich bekam Bescheid über die Auswahl für ein Stipendium! Mein Ziel kam immer näher und näher. Als ich dann verbindlich angemeldet war, schien es mir jedoch noch nicht real. Es fühlte sich noch nicht greifbar an…

Dann fing auch schon das Warten an. Ich hatte das Gefühl ich wäre die Letzte, wenn überhaupt, die einer Gastfamilie zugeordnet wird. Doch überraschender Weise, früher als ich erwartet habe, hielt ich den großen Briefumschlag schon im Februar in meinen Händen. Bald auch skypte ich schon mit meiner noch dreiköpfigen Familie. Meine Gastmutter war schwanger und erwartete im September das Baby. Trotz dessen ich schon alle meine Informationen erhalten hatte, schien mein Traum nur um Millimeter näher zu kommen.

Die Tage vergingen schneller als ich erwartet hätte, viel zu schnell. Ich hatte noch so viel zu erledigen vor meiner großen Reise: Visum beantragen, erhalten, koffer packen, Gastgeschenke besorgen, verabschieden, meine letzten Augenblicke genießen..

Ein paar Tage bevor ich ans andere Ufer fliegen sollte, kam mein bester Freund von seinem Auslandsjahr zurück. Auch, wenn der Kontakt nach paar Monaten abbrach, fühlte es sich an, als hätte uns nie etwas getrennt. Doch schon sehr bald mussten wir uns wieder voneinander verabschieden, für ein nächstes Jahr…

Ich erzähle euch meine Geschichte, verfolge sie…