Unforgettable Summer

 Sommer der unbeschränkten Möglichkeiten                                                                   

Ich hatte nur ein Ziel vor Augen: Mein Auslandsjahr. Ich habe wie verrückt gearbeitet, jeden Cent bei Seite gelegt und mich vorbereitet. Ich wusste gar nicht so wirklich, was dieses Jahr auf mich zukommen würde. Als es dann kein Zurück mehr gab, weil mein Vertrag unterschrieben war, das ganze Haufen Geld überwiesen und alles geplant war, wurde es immer ernster. Mit jedem Tag, der verging, wurde mir immer mehr und mehr bewusst, was mir wichtig war. Vieles ändert sich mit der Zeit und das wird einem schlagartig bewusst. Man lernt vieles mehr zu schätzen und mehr wert darauf zu legen. Es hieß langsam Abschied nehmen von jedem.
Meine Kursfahrt nach Frankreich, Nizza, habe ich in vollen Zügen genossen. Immerhin, es war meine letzte Fahrt mit diesem Jahrgang. Ich habe echt sehr viel in dieser einen Woche erlebt und habe so viele neue Seiten von dieser doch so wunderschönen Welt entdeckt. Man fährt nicht alle Tage mal mit ein paar Leuten ohne Lehrer nach Monte Carlo und wandert zwischen all den Luxus Schiffen zum Strand.
Eine Woche später saß ich auch schon im Flieger nach England, London, um für 10 Tage mit meiner Gruppe für die Eröffnungszeremonien der Stadt für die Olympischen Spiele 2012 aufzutreten. Auch, wenn ich schon einmal in London war und so ziemlich alles gesehen hatte, sah ich alles mit anderen Augen. Und da ist es mir schon wieder aufgefallen: Wir sind alle erwachsender geworden. Das war einfach eine unbeschreibliche Zeit mit meinen Mädels! Auch, wenn wir jeden Tag wirklich ausgepowert waren, hat sich alles gelohnt! Immerhin kennen wir die Stadt fast in und auswendig und können mit verschlossenen Augen durch Piccadilly Circus laufen und das auch während des Finales der Fußball Weltmeisterschaft.
Gerade in Berlin von der vorherigen Fahrt gelandet, wurde ich von meiner Familie vom Flughafen abgeholt, um gleich von dort weiterzureisen. Kofferwechsel (ich musste von vornherein mehre Koffer packen) und los geht die ewige Autofahrt in ein neues unbekanntes Land: Ukraine. Auf geht es, die nächsten 3 Wochen nicht in meinem eigenen Bett schlafen. Mir wurde bewusst, dass das wohl möglich der letzte gemeinsame Urlaub zusammen mit meinen Eltern und Brüdern ist und wohl möglich auch die letzten Tage, die ich komplett nur mit meiner Familie verbringe bevor ich die Reise ins Ungewisse antrete. Um ehrlich zu sein, wusste ich noch nicht einmal wo genau wir hinfahren. Letztendlich hatten wir von allem etwas: Land, Strand, Gebirge. Und glaubt mir, Berge sind ganz und gar nicht lustig im Sommer. Da ist es nämlich übertrieben kalt. Besonders, wenn man für einen Sommerurlaub gepackt hat. Aber es war eine lebenslange Erfahrung den höchsten Berg des Karpatengebirges hinaufzuklettern, mit inklusive zweijährigem Bruder bis zur Gipfelspitze.  Ich dachte, wir überleben das nicht. Glücklicher Weise haben wir es geschafft und hatten den vielfältigsten, abenteuerlichsten und aktivsten Urlaub überhaupt!
Endlich zu Hause angekommen, musste ich auch schon wieder den nächsten Koffer packen, denn in wenigen Tagen ging es für ein paar Tage für mich und meinen Zirkus nach Sylt, die nördlichste Insel in Deutschland. Ich musste diese Trainingsfahrt leider schon nach den ersten drei Tagen früher beenden, weil ich durch das viele Reisen keine richtige Möglichkeit hatte mich endgültig für die nächste Reise vorzubereiten. Zu viel auf einmal geplant.
Erstmal zum letzten Mal Koffer packen. Diesmal jedoch für eine Ewigkeit. Ein akademisches Jahr Kilometerweit (um genau zu sein 6980.329 km) getrennt von Familie und Freunden zu sein. Gemischte Gefühle. Erleichterung und neuer Stress. Vorfreude und Angst. Deutschland und Vereinigte Staaten von Amerika.